Baukasten oder individuell programmiert — der ehrliche Vergleich
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist, wann er anfängt zu kosten — und woran Sie den Punkt erkennen, an dem sich der Wechsel rechnet.
Veröffentlicht am
Die kurze Antwort
Ein Baukasten lohnt sich, wenn Sie schnell online sein müssen, selbst laufend Inhalte ändern und der Auftritt nicht der Hauptweg zu Ihren Kunden ist. Individuell programmiert lohnt sich, sobald Auffindbarkeit, Ladezeit oder Datenschutz zählen — und immer dann, wenn die Seite Ihnen gehören soll. Ab etwa drei Jahren ist der Baukasten auch rechnerisch teurer.
Vorweg: Baukästen sind nicht schlecht
Ich baue Websites von Hand und verdiene daran. Ein Artikel von mir, der zu dem Schluss kommt, dass Baukästen Unsinn sind, wäre also genau das, was Sie erwarten — und deshalb wertlos.
Also andersherum: Wix, Jimdo, Squarespace und WordPress mit einem gekauften Theme sind ernstzunehmende Werkzeuge. Sie haben Millionen von Betrieben ins Netz gebracht, die sonst gar nicht dort wären. Wenn Sie am Freitagabend beschließen, eine Seite zu brauchen, können Sie am Sonntag online sein, ohne mit jemandem gesprochen zu haben. Das ist eine echte Leistung, und es gibt Fälle, in denen sie genau richtig ist.
Die Frage ist nicht, ob Baukästen taugen. Die Frage ist, ab wann sie anfangen, mehr zu kosten, als sie sparen.
Der Vergleich, Punkt für Punkt
| Worum es geht | Baukasten | Individuell gebaut |
|---|---|---|
| Bis zur ersten Fassung | Ein Wochenende, allein | Ein bis drei Wochen, mit Abstimmung |
| Kosten | Monatlich, dauerhaft | Einmalig, danach nur Domain und Hosting |
| Wem die Seite gehört | Dem Anbieter. Bei Kündigung ist sie weg | Ihnen — Quelltext, Inhalte, Zugänge |
| Ladezeit | Trägt das Gerüst des Anbieters mit | Enthält nur, was diese Seite braucht |
| Änderungen durch Sie | Der große Vorteil: jederzeit, ohne jemanden | Auf Wunsch mit Redaktionsoberfläche, sonst über mich |
| Datenschutz | Externe Schriften und Skripte sind Standard, Cookie-Banner meist nötig | Ohne externe Dienste baubar, oft ganz ohne Banner |
| Aussehen | Eine Vorlage, die tausende Betriebe teilen | Nach Ihrem Betrieb, nicht nach Muster zwölf |
| Umzug später | Inhalte von Hand herausholen, Adressen ändern sich | Nicht nötig — und wenn doch, liegt alles bereit |
Wo Baukästen wirklich gewinnen
Wenn Sie selbst und oft ändern. Ein Restaurant mit wöchentlich neuer Karte, ein Verein mit Terminen, ein Laden mit Aktionen: Wer jede Woche etwas anfasst, will niemanden anrufen müssen. Das ist der Fall, in dem ich selbst zum Baukasten rate — oder eine Redaktionsoberfläche einbaue, was denselben Zweck erfüllt und dann auch etwas kostet.
Wenn die Seite nicht der Hauptweg ist. Wer seine Aufträge über Empfehlung, Stammkundschaft oder eine Plattform bekommt und die Website nur als Visitenkarte braucht, hat wenig davon, sie zu optimieren. Dann ist die billigste Lösung die richtige.
Wenn es morgen stehen muss. Manchmal gibt es keinen Zeitraum für ein Projekt. Dann ist eine Seite, die existiert, besser als eine, die richtig wäre.
Wo sie aufhören zu tragen
Sobald Sie gefunden werden müssen. Ein Baukasten kann für die Suche eingerichtet werden, aber er bringt Ballast mit, den Sie nicht abschalten können. Wenn Sie im Landkreis Miesbach gegen neun andere Anbieter antreten, entscheidet genau dieser Unterschied mit.
Sobald die Seite langsam wird. Die Gerüste der Anbieter laden Skripte, die Ihre Seite nicht braucht. Zwischen Hausham und Bayrischzell liegt nicht überall LTE an, und wer dort drei Sekunden wartet, ist weg.
Sobald der Datenschutz zählt. Externe Schriften, eingebettete Karten und mitgelieferte Statistik führen fast immer zu einem Cookie-Banner. Das Banner kostet Anfragen — jeder Klick vor dem Inhalt ist eine Gelegenheit zum Abspringen. Google Fonts über deren Server einzubinden, ist in Deutschland zudem abgemahnt worden (LG München I, 20. Januar 2022, Az. 3 O 17493/20).
Sobald Sie unabhängig sein wollen. Das ist der Punkt, den die meisten erst merken, wenn sie ihn brauchen: Bei einem Baukasten mieten Sie. Hören Sie auf zu zahlen, ist die Seite weg — nicht offline, weg.
Ein Beleg, den ich selbst geliefert habe
Diese Website lief bis vor kurzem auf Next.js, einem Werkzeug, das für große, interaktive Anwendungen gemacht ist. Es lieferte eine vollständige JavaScript-Laufzeit an jeden Besucher aus, für eine Seite, die keine einzige interaktive Komponente hat.
Am 18. August 2026 gemessen, nach dem Neubau als statische Seite:
- Das HTML der Startseite ist von 177 KB auf 39 KB gefallen — auf weniger als ein Viertel, bei gleichem Inhalt.
- Die Seite beginnt nach 0,11 Sekunden zu laden und ist nach 0,13 Sekunden vollständig übertragen.
- Kein Cookie-Banner, weil nichts an Dritte geht.
Es ging dabei nicht um Geschmack. Es ging darum, wegzulassen, was niemand braucht — und genau das ist der Vorteil, den ein Baukasten von Bauart nicht bieten kann: Er weiß nicht, welche Seite Sie bauen, also bringt er alles mit.
Wie ein solcher Umbau abläuft, ohne dass die Rankings dabei verloren gehen, steht unter Website-Relaunch. Was passiert, wenn ein Auftritt mittendrin übernommen werden muss, zeigt die Fallstudie zu Turtle Armoring.
Und WordPress? Der dritte Weg, der beides sein kann
WordPress fällt in diesem Vergleich zwischen die Stühle, und das zu Recht — es ist je nach Aufbau das eine oder das andere.
Mit einem gekauften Theme und einem Baukasten-Zusatz verhält es sich wie ein Baukasten: schnell aufgesetzt, austauschbares Aussehen, viel mitgeliefertes Gerüst. Der Unterschied ist, dass Sie es selbst hosten — und damit auch selbst dafür geradestehen. Ein WordPress ohne Pflege ist nach zwei Jahren ein Sicherheitsproblem; Kern, Theme und jedes Zusatzmodul brauchen Aktualisierungen, und bei jeder kann etwas kaputtgehen.
Von Hand aufgebaut kann WordPress dagegen sehr gut sein. Dann sind Sie aber technisch dort, wo eine individuell gebaute Seite ohnehin ist — nur mit laufendem Wartungsaufwand als Zugabe.
Meine Regel: WordPress lohnt sich, wenn Sie wirklich ein Redaktionssystem brauchen — mehrere Personen, die regelmäßig schreiben, ein Blog, ein wachsendes Archiv. Für eine Firmenseite mit acht Unterseiten, die zweimal im Jahr angefasst wird, ist es Aufwand ohne Gegenwert. Ich baue dann statisch und richte eine Redaktionsoberfläche nur dort ein, wo tatsächlich etwas geändert wird.
Die Rechnung, die niemand aufmacht: Ihre Zeit
Der Preisvergleich zwischen Baukasten und Auftrag hat einen Posten, der in keinem Angebot steht — die Stunden, die Sie selbst investieren.
Eine Baukastenseite, die brauchbar aussieht, kostet einen Betriebsinhaber erfahrungsgemäß nicht ein Wochenende, sondern mehrere. Dazu kommt das, was danach folgt: Bilder zurechtschneiden, weil sie auf dem Handy falsch abschneiden. Texte umstellen, weil die Vorlage andere Blöcke vorsieht als der Betrieb Themen hat. Und später die Frage, warum die Seite bei Google nicht auftaucht — die dann meist unbeantwortet bleibt.
Rechnen Sie Ihre eigene Zeit mit dem Satz, den Sie einem Kunden berechnen. Bei den meisten Handwerksbetrieben im Landkreis ist die Ersparnis nach dem zweiten Wochenende aufgebraucht. Das ist kein Argument gegen den Baukasten — es ist nur ein Posten, der in die Rechnung gehört, statt still bezahlt zu werden.
Die drei Fragen, die die Entscheidung treffen
Nicht „was ist besser“, sondern:
- Wie oft ändern Sie etwas? Wöchentlich? Baukasten oder Redaktionsoberfläche. Zwei- bis dreimal im Jahr? Dann zahlen Sie für eine Bequemlichkeit, die Sie kaum nutzen.
- Kommen Ihre Kunden über die Suche? Wenn ja, ist die Seite ein Vertriebsinstrument und kein Aushang — dann rechnet sich jeder Vorteil bei Auffindbarkeit und Ladezeit sofort.
- Wie lange soll die Seite halten? Unter drei Jahren gewinnt fast immer der Baukasten. Darüber gewinnt fast immer die eigene Seite, rechnerisch wie praktisch.
Wenn Sie wechseln wollen
Ein Wechsel vom Baukasten weg ist unspektakulärer, als die meisten befürchten. Die Inhalte sind da, sie müssen nur herausgeholt werden. Wichtig ist der Teil, den man nicht sieht: Jede alte Adresse braucht eine Weiterleitung auf ihren Nachfolger, sonst verlieren Sie in den ersten Wochen genau die Sichtbarkeit, für die Sie wechseln. Das ist der Posten, dessen Fehlen man erst drei Monate später merkt.
Was der Wechsel im Einzelnen umfasst und was er kostet, steht unter Leistungen — und wenn Sie unsicher sind, auf welcher Seite Ihres Falls Sie stehen: Sagen Sie mir im Erstgespräch, wie oft Sie etwas ändern und woher Ihre Kunden kommen. Wenn dabei herauskommt, dass ein Baukasten für Sie reicht, sage ich das auch.
Dazu passt
- Leistungen — alle fünf Leistungen im Überblick, mit Ablauf und Festpreis
- Onepager — der komplette Auftritt auf einer Seite
- Website-Relaunch — bestehende Seite neu gebaut, ohne bei Google zu verschwinden
- Sichtbarkeit — gefunden werden — Unternehmensprofil, Bewertungen, Messung
- Turtle Armoring — Fallstudie: ein Launch, der schon halb gebaut war
Wer soll Sie
finden?
Erzählen Sie mir, wen Sie erreichen wollen. Das Erstgespräch ist kostenlos und dauert selten länger als eine halbe Stunde — danach wissen Sie, was Ihre Seite kostet und wann sie online ist.
83714 Miesbach